Die Jagd durch Hogwarts

von Hermine Mila

Disclaimer: Alle Figuren und Orte gehören J.K. Rowling.
Rating: Frei


Hannah Abbot ist 11 Jahre alt und eine Hexe. Seit September diesen Jahres ist sie Schülerin in Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei. Sie sitzt gerade auf einem Fensterbrett und betrachtet den fallenden Schnee, als Neville Longbottom zu ihr tritt. Er ist im gleichen Jahrgang wie Hannah, jedoch in Gryffindor und nicht wie sie in Hufflepuff.
„Hallo, Neville“, begrüßt sie den Jungen mit diesem freundlich runden Gesicht, der es recht schwer hat.
„Hallo, Hannah, fährst du auch nicht nach Hause?“, fragt Neville und lehnt sich gegen die Wand.
„Nein, meine Eltern sind im Ausland und ich hätte es nicht rechtzeitig zurück geschafft“, erklärt sie.
„Oh … ach so. Und, ist noch jemand von Hufflepuff, der bleibt?“
„Ja, Megan und Wayne bleiben wohl auch und von Ravenclaw bleiben wohl Lisa, Stephen und Kevin.“
„Das sind aber recht viele.“
Hannah nickt: „Ja, recht viele und ich weiß nicht, wer von Slytherin bleibt.“
„Bei Slytherin ist mir das ziemlich egal.“
Sie lächelt.
„Ja, mir auch, solange sie mich in Ruhe lassen.“
„Was machst du die Tage so?“
„Die meiste Zeit erledige ich Hausaufgaben oder lese einfach, aber ich habe schon darüber nachgedacht, die anderen zu fragen, ob sie Lust auf Quidditch hätten. Wie sieht es bei dir aus?“
„Nein, danke! Eine Flugstunde reicht mir, ich kann mich noch nicht mal auf einem Besen halten, geschweige denn fliegen und gleichzeitig Quidditch spielen“, erklärt Neville.
„Schade, aber würdest du mit zum Feld kommen?“
„Ja, gerne, besser als immer drinnen zu sein. Aber bei dem Wetter wird das wohl erst einmal nichts“, meint Neville und schaut nach draußen.
Eine dicke Schneedecke hat sich über das Gelände gebreitet und weitere Flocken tanzen vor dem Fenster herab, um die Decke noch dicker zu machen.
Hannah seufzt.
„Da hast du wohl Recht.“
„Kommst du mit in die Große Halle zum Abendessen?“, fragt Neville schließlich.
„Ja, gerne“, antwortet Hannah, steht auf und geht zusammen mit Neville in die Große Halle.

Als sie die Halle betreten, ist diese recht leer. Am Lehrertisch sitzen nur Professor McGonagall, Professor Snape und Professor Dumbledore.
„Da sind Megan und Wayne, kommst du mit an unseren Tisch?“, fragt Hannah und deutet auf den Hufflepufftisch.
Nevilles Blick schweift zum Gryffindortisch, dann antwortet er: „Gerne, wenn niemand was dagegen hat. Hermine, Harry und Ron scheinen zu beschäftigt zu sein, um zum Essen zu kommen.“
Hannah und Neville setzen sich zusammen zu den anderen beiden Hufflepuffs.
„Hey, ihr beiden!“, begrüßt Wayne die beiden als sie sich setzen.
„Was haltet ihr von einem kleinen Quidditchspiel morgen? Wir könnten auch noch Lisa, Stephen und Kevin fragen, dann währen wir zu sechst.“
„Nicht zu siebt?“, fragt Megan und schaut zu Neville, „Oder möchtest du nicht mitspielen?“
„Ich mache lieber den Schiedsrichter, von der Tribüne aus“, erklärt dieser und nimmt sich einen Becher Kürbissaft.
„Hey, Lisa, wollt ihr drei morgen eine Runde Quidditch mit uns spielen?“, ruft Wayne sofort zum Ravenclawtisch rüber.
Lisa fragt die beiden Jungs sofort, die begeistert zustimmen.
„Abgemacht, nach dem Frühstück auf dem Feld?“, fragt sie zurück.
Nach dem zustimmenden Nicken der anderen antwortet Wayne: „Gut, bis dann.“
Neville schaut ihn etwas ungläubig an.
„So einfach geht das“, meint Wayne grinsend und tut sich etwas vom Auflauf auf.

Der nächste Tag ist schnell angebrochen. Hannah hat den vergangenen Tag mit dem Aufsatz für Snape verbracht und ist nun froh eine Abwechslung zu bekommen. Beim Frühstück hat sie niemanden angetroffen, sodass sie sich nun allein auf den Weg zum Feld macht.
„Guten Morgen!“, wird Hannah von Neville gegrüßt, als sie gerade die Eingangshalle verlässt.
„Oh, hallo, Neville. Ich habe dich gerade gar nicht in der Großen Halle gesehen.“
„Da war ich auch nicht, ich war schon vor 2 Stunden essen und war dann noch in der Bibliothek.“
„Der Aufsatz für Snape?“
„Ja, der ist echt anstrengend“, sagt Neville und seufzt.
„Wenn du magst, helfe ich dir nachher, ich habe meinen nämlich schon fertig.“
„Das wäre klasse.“
„Da seid ihr ja endlich!“, werden Hannah und Neville von Wayne begrüßt.
„Na, dann fangt mal an“, sagt Neville und lässt sich auf eine der Bänke der Tribüne nieder.
Die Sechs spielen munter ihr Spiel und Neville hat nichts weiter zu tun, als die Tore zu zählen. Trotzdem bekommt keiner von ihnen mit, dass blaue Augen sie beobachten.

„Hey, schau mal hier in dem Buch“, sagt Hannah und tritt wieder zu Neville.
Die beiden haben sich in die Bibliothek zurückgezogen um den Aufsatz von Neville für Snape zu schreiben.
„Was ist denn?“
Hannah hält ihm einen Zettel hin.
„Möchtest Abenteuer du erleben, so gehe zum Verbotenen hin, dort ergibt alles einen Sinn“, liest Neville laut vor, was auf dem Zettel steht.
„Was soll das?“, fragt er schließlich.
„Ein Rätsel, was sonst?“, meint Hannah und entzieht ihm den Zettel wieder.
„Wer weiß, wie lange der Zettel dort schon ist“, meint Neville und wendet sich wieder seinem Buch zu.
„Der Zettel sieht neu aus“, meint Hannah. „Nun lass uns doch der Spur nachgehen!“
„Und wohin führt die?“
„Na, zum Verbotenen Wald.“
„Bitte?“, fragt Neville verwundert. „Der ist ja so winzig, dass, sollte ein Zettel vorhanden sein, wir diesen ganz leicht finden werden“, meint er sarkastisch.
„Nun sei kein Spielverderber!“, sagt Hannah, packt Nevilles Hand und zieht ihn mit nach draußen.
„Aber mein Aufsatz ist doch noch nicht fertig!“, protestiert Neville, während Hannah ihn hinter sich her bis zum Wald zieht.
„Dir fehlen nur noch 100 Wörter, die schaffen wir nachher in 15 Minuten, jetzt ist Pause angesagt“, erklärt Hannah und beginnt am Rand des Waldes entlangzuschreiten.
„Hier!“, schreit sie auf einmal auf und ertastet in einem hohlen Baum einen weiteren Zettel.
„Das Verbotene überschreiten, will ich euch nun in die Höhe leiten“, liest sie vor.
„Also ich werde daraus nicht schlau“, meint Neville und schaut sich um.
„Höhe … “, murmelt Hannah und schaut zum Schloss hinauf, „natürlich! Der Astronomieturm ist hoch! Los komm!“
Und schon zieht sie Neville erneut hinter sich her.
„Musste das sein?“, fragt er erschöpft, als sie völlig außer Atem oben ankommen.
„Hier!“, verkündet Hannah und deutet auf eine Schrift an der Brüstung.
„Finde das Zeichen!“, liest Neville laut vor.
„Na, toll und wo soll dieses Zeichen bitte sein?“
„Woher soll ich das wissen?“, sagt Hannah und geht langsam wieder den Turm hinunter.
„War doch sinnlos, das Gerenne“, sagt Neville und zusammen gehen die beiden Richtung Große Halle.
„Wenn ich denjenigen in die Hände bekomme … !“, flucht Hannah.
„Mach dir nichts draus!“, meint Neville.
Die beiden gehen weiter durch die Gänge.

Vor einem Mauerwerk aus groben Steinen steht eine Ritterrüstung mit heruntergeklapptem Visir. Die Hände ruhen vor derm Körper auf dem Heft eines Schwertes mit goldenem Griff, in das ein eiergroßer Rubin eingelassen wurde. Aus dem Helm steigen rechts und links Flammen empor.
Bild von Hermine Mila (Ravenclaw)
„Schau mal dort!“, sagt Neville und deutet auf eine Biegung aus der gelb-roter Rauch kommt.
„Meinst du … ?“, möchte Hannah wissen.
Doch diesmal ist es Neville, der sie mit sich zieht. Als sie in den nächsten Gang biegen, entdecken sie eine Rüstung, die diesen Rauch ausspeit.
„Das nenne ich eine Markierung“, sagt Neville grinsend und öffnet die Rüstung.
„Was ist drinne?“
„Wieder ein Zettel“, meint Neville und liest vor: „Schön, dass ihr dies kleine Rätsel gelöst habt, zur Belohnung erfahrt ihr ein Geheimnis von Hogwarts, nämlich wo die Küche ist. Dort dürft ihr wählen, was ihr möchtet. Nach dieser Jagd werdet ihr gewiss hungrig sein. Freundlichst euer A.“
„Das ist ja super! Ich glaube, wir sind die ersten Erstklässler, die erfahren, wo die Küche ist.“
„Dann lass uns runtergehen“, meint Neville und deutet auf die Wegbeschreibung in seiner Hand.

Hannah und Neville streifen durch die Gänge bis runter in die Kerker, wo sie einen freundlich erhellten und sehr sauberen Gang betreten, der einen ziemlichen Kontrast zu den restlichen Gängen bildet. An der Wand entdecken die beiden ein Gemälde mit einer Obstschale. Wie auf der Wegbeschreibung geschrieben steht, kitzelt Neville an der Birne der Obstschale, bis sie kichert. Auf einmal erscheint genau an der Stelle der Birne eine Türklinke, die Neville herunterdrückt.
Sie trauen ihren Augen nicht, als sie die geräumige Großküche betreten. Verschiedene Sachen sind entlang der Wände aufgereiht und in der Raummitte stehen vier Tische in derselben Anordnung wie die Esstische in der Großen Halle, welche sich wohl genau über ihnen befinden muss. Noch bevor Hannah oder Neville etwas sagen können, werden sie von Hauselfen umzingelt, die ihnen alles Mögliche anbieten.
„Ähh … danke, wir hätten gern zwei Butterbiere und ein paar Sandwiche“, sagt Hannah, die sich als Erste wieder fassen konnte.
Als die beiden mit einem kleinen Picknickkorb die Küche verlassen, grinst Hannah Neville an und meint: „Von diesem kleinen Abenteuer erzählen wir den anderen aber nichts.“
Neville nickt lächelnd.